Woran du nachhaltige Kosmetik erkennst
Nachhaltige Kosmetik erkennst du an vier Dingen: an Inhaltsstoffen, die Umwelt und Haut nicht belasten, an einem unabhängigen Siegel, an einer Verpackung, die sich recyceln oder wiederbefüllen lässt, und an einem Hersteller, der ohne Tierversuche und unter fairen Bedingungen produziert. Ein grünes Etikett oder das Wort „nachhaltig“ allein beweist nichts, denn der Begriff ist nicht geschützt.
In unserem Naturkosmetikstudio in München-Maxvorstadt gehört für mich beides zusammen: Deine Haut ist nicht nur ein Schutz-, sondern auch ein Aufnahmeorgan, sie nimmt also einen Teil dessen auf, was du aufträgst. Und alles, was du abwäschst, landet im Wasser. Hier zeige ich dir, worauf es ankommt, mit Zahlen statt Werbeversprechen.
- „Nachhaltig“ ist kein geschützter Begriff
- Mikroplastik wird in der EU bis 2035 schrittweise verboten
- Jeder Mensch in Deutschland verursacht rund 215 kg Verpackungsabfall pro Jahr
- Verlässliche Siegel: NATRUE, COSMOS, Demeter, Leaping Bunny
Was bedeutet nachhaltig bei Kosmetik?
Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft: Es wird nur so viel Holz geschlagen, wie nachwächst. Auf Kosmetik übertragen heißt das, Rohstoffe so zu nutzen, dass Böden, Wasser und Menschen dabei keinen dauerhaften Schaden nehmen. Ein Produkt ist nicht schon deshalb nachhaltig, weil ein einzelner Inhaltsstoff bio ist. Es kommt auf das Gesamtbild an:
| Bereich | Worauf du achtest | Gutes Zeichen |
|---|---|---|
| Inhaltsstoffe | Natürliche, biologisch abbaubare Rohstoffe, möglichst aus Bio-Anbau | Siegel NATRUE, COSMOS oder Demeter |
| Verpackung | Glas, Recyclingmaterial, Nachfüllsystem, wenig Umverpackung | Konkrete Angaben zu Material und Recyclinganteil |
| Tierschutz | Keine Tierversuche, auch nicht bei Rohstoffen | Leaping Bunny oder Hase mit schützender Hand |
| Unternehmen | Faire Löhne, transparente Lieferkette, Klimaziele | B Corp oder Fairtrade-Zertifizierung |
Warum „nachhaltig“ auf der Packung wenig bedeutet
Viele Hersteller schmücken sich mit einzelnen Bio-Zutaten, während der Rest der Rezeptur konventionell bleibt. Das nennt man Greenwashing. Seit dem 27. September 2026 gelten dafür strengere Regeln: Mit der EU-Richtlinie 2024/825 dürfen allgemeine Aussagen wie „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ nur noch verwendet werden, wenn sie belegt sind. Selbst erfundene Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Prüfung sind verboten.
Das hilft, ersetzt aber nicht deinen eigenen Blick. Wie du in einer Minute prüfst, was wirklich in einem Produkt steckt, erkläre ich ausführlich im Ratgeber Naturkosmetik erkennen.
Inhaltsstoffe, die der Umwelt schaden
Mikroplastik
Mikroplastik sind feste Kunststoffpartikel unter 5 Millimetern, die sich in der Natur kaum abbauen. In Kosmetik steckte es lange als Peelingkörnchen, Glitzer oder Bindemittel. Die EU hat mit der Verordnung (EU) 2023/2055 reagiert und verbietet absichtlich zugesetztes Mikroplastik schrittweise:
| Ab | Verboten in |
|---|---|
| 17. Oktober 2023 | Mikroperlen in Peelings und loser Plastikglitzer |
| 17. Oktober 2027 | Abwaschbare Kosmetik wie Shampoo oder Duschgel |
| 17. Oktober 2029 | Kosmetik, die auf der Haut bleibt, etwa Cremes |
| 17. Oktober 2035 | Make-up, Lippen- und Nagelprodukte |
Bis dahin darfst du dich nicht auf das Gesetz verlassen. Begriffe wie Acrylates Copolymer, Polyethylene oder Nylon auf der INCI-Liste sind Kunststoffe. In zertifizierter Naturkosmetik sind sie nicht erlaubt. Alle Details findest du im Ratgeber Mikroplastik in Kosmetik.
Silikone und Paraffine
Weitere Stoffe, die ich meide
Auch Triclosan, Phthalate, synthetische Duftstoffe und bestimmte Konservierer belasten Gewässer oder stehen im Verdacht, auf den Hormonhaushalt zu wirken. Alle Fakten dazu findest du in den Beiträgen zu Triclosan, Phthalaten, Duftstoffen und Parabenen. Auch Palmöl ist ein Nachhaltigkeitsthema.
Siegel für nachhaltige Kosmetik
Kein einzelnes Siegel deckt alle Aspekte ab. Naturkosmetik-Siegel prüfen vor allem die Rezeptur, Tierschutz-Siegel die Herstellung. Wer beides will, achtet auf eine Kombination.
| Siegel | Prüft vor allem | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| NATRUE | Natürliche Rohstoffe, keine Erdölprodukte und Silikone | Biokosmetik: mind. 95 % der natürlichen Rohstoffe aus Bio-Anbau |
| COSMOS Organic | Rezeptur, Bio-Anteil, Umweltkriterien | Mind. 95 % der pflanzlichen Rohstoffe bio, mind. 20 % des Gesamtprodukts |
| Demeter | Biodynamischer Anbau | Mind. 90 % Rohstoffe aus Demeter-Anbau |
| Leaping Bunny | Keine Tierversuche | International, seit 1996, tierische Inhaltsstoffe erlaubt |
| Hase mit schützender Hand | Keine Tierversuche | Gilt als strengstes Tierschutz-Siegel, Stichtag 1. Januar 1979 |
| Vegan Society | Keine tierischen Inhaltsstoffe | Sagt nichts über natürliche Rohstoffe |
Sind Tierversuche in der EU nicht längst verboten?
Für fertige Kosmetik und ihre Inhaltsstoffe gilt in der EU seit 2013 ein Vermarktungsverbot für Tierversuche. Es gibt aber Lücken: Rohstoffe, die auch in anderen Branchen genutzt werden, können nach dem Chemikalienrecht REACH weiterhin an Tieren getestet werden müssen. Und Marken, die außerhalb der EU verkaufen, unterliegen dort anderen Regeln. Ein Tierschutz-Siegel schafft hier mehr Sicherheit als die gesetzliche Grundregel.
Verpackung: Wo im Bad der meiste Müll entsteht
Laut Umweltbundesamt fielen in Deutschland 2023 rund 17,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an. Pro Kopf sind das etwa 215 Kilogramm, deutlich mehr als der EU-Schnitt von knapp 178 Kilogramm. Recycelt werden hierzulande 69,4 Prozent, bei Kunststoffverpackungen liegt die EU-Quote nur bei 42,1 Prozent.
Kosmetik trägt dazu mit vielen kleinen, oft gemischten Verpackungen bei: Pumpspender aus mehreren Kunststoffen, Tuben mit Metallanteil, zusätzliche Faltschachteln. Das kannst du tun:
- Fest statt flüssig: Seife und feste Shampoos kommen mit einer Papierhülle aus.
- Glas und Monomaterial: Reines Glas oder ein einziger Kunststoff lassen sich deutlich besser recyceln als Materialmixe.
- Nachfüllen: Viele Marken bieten Refill-Beutel oder Pfandsysteme an.
- Weniger Produkte: Die nachhaltigste Creme ist die, die du nicht zusätzlich kaufst.
Hinweis:
Ein Zehn-Schritte-Ritual mit vielen Einzelprodukten ist selten nötig. Falsche oder übermäßige Pflege gehört für mich zu den häufigsten Ursachen unreiner Haut, darüber spreche ich auch in meinem Podcast. Ein Produkt soll deiner Haut nur helfen, wieder in Balance zu kommen, damit sie selbst arbeiten kann.
Wie wir bei Seelenwellness Nachhaltigkeit umsetzen
Für mich gehören gesunde Haut und ein achtsamer Umgang mit Ressourcen zusammen. Deshalb arbeiten wir mit veganer Naturkosmetik von TEAM DR JOSEPH, Evolve und Shamanic. TEAM DR JOSEPH ist zertifizierte Naturkosmetik, PETA-zertifiziert vegan, plastikneutral und als B Corp ausgezeichnet. Diese Zertifizierung bekommen nur Unternehmen, die soziale und ökologische Standards unabhängig prüfen lassen.
In jeder Gesichtsbehandlung nehmen wir uns außerdem Zeit für deine Haut. Wie viel es bringt, die bisherige Pflege genau anzuschauen, zeigt der Erfahrungsbericht unserer Kundin Julia: Am Anfang stand eine genaue Analyse ihrer bisherigen Pflege- und Produktnutzung.
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Häufig gestellte Fragen zu nachhaltiger Kosmetik
Ist Naturkosmetik automatisch nachhaltig?
Nicht vollständig. Naturkosmetik-Siegel prüfen vor allem die Inhaltsstoffe. Verpackung, Transportwege und Arbeitsbedingungen bewerten sie nur teilweise. Naturkosmetik ist aber ein sehr guter Ausgangspunkt.
Ist nachhaltige Kosmetik teurer?
Oft etwas, weil Bio-Rohstoffe und faire Löhne mehr kosten. Rechnet man ein, dass du mit wenigen gut gewählten Produkten auskommst, gleicht sich das häufig aus.
Ab wann ist Mikroplastik in Kosmetik verboten?
Mikroperlen in Peelings seit 17. Oktober 2023, in abwaschbaren Produkten ab 17. Oktober 2027, in Cremes ab 17. Oktober 2029 und in Make-up, Lippen- und Nagelprodukten ab 17. Oktober 2035.
Was bedeutet B Corp?
B Corp ist eine Zertifizierung der gemeinnützigen Organisation B Lab. Unternehmen müssen nachweisen, dass sie hohe soziale und ökologische Standards erfüllen, und sich regelmäßig neu prüfen lassen.
Sind feste Shampoos wirklich besser?
Was die Verpackung angeht, ja, denn sie kommen meist mit Papier aus und sparen den Wasseranteil beim Transport. Achte trotzdem auf die Inhaltsstoffe, denn auch feste Produkte können synthetische Tenside enthalten.
Fazit: Nachhaltig ist, was du durchschauen kannst
Nachhaltige Kosmetik verbindet saubere Inhaltsstoffe, sinnvolle Verpackung, Tierschutz und faire Herstellung. Kein Siegel deckt alles ab, aber NATRUE, COSMOS oder Demeter in Kombination mit Leaping Bunny geben dir eine verlässliche Grundlage. Und manchmal ist der nachhaltigste Schritt einfach, weniger zu kaufen und dafür das Richtige.
Du willst deine Pflegeroutine vereinfachen?
Bei deiner Gesichtsbehandlung arbeiten wir mit hochwertiger Naturkosmetik, achtsamer Berührung und viel Zeit. Wenn du unsicher bist, was zu dir passt, buch einfach „noch unsicher“: Vor Ort gibt es eine kurze Analyse und persönliche Beratung. Alle Anwendungen findest du unter Behandlungen.
Quellen: Umweltbundesamt, Verpackungsabfälle, Umweltpakt Bayern, Verpackungsabfälle EU-Vergleich, Verordnung (EU) 2023/2055, Richtlinie (EU) 2024/825, NATRUE, COSMOS, Leaping Bunny
Beitragsbild: KI-generierte Illustration.


