Silikone in Kosmetik auf einen Blick
Silikone sind synthetische Polymere, die Haut und Haar sofort glatt und seidig wirken lassen. Gepflegt wird dabei nichts: Der Effekt ist ein Film auf der Oberfläche, der beim nächsten Waschen wieder verschwindet. Gesundheitlich gelten die meisten Silikone in Kosmetik als unbedenklich. Das Problem liegt vor allem in der Umwelt, und für drei bestimmte Silikone zieht die EU deshalb Schritt für Schritt die Notbremse.
In unserem Naturkosmetikstudio in München-Maxvorstadt arbeiten wir mit Naturkosmetik, und das hat einen einfachen Grund: Deine Haut wächst von innen nach außen und wird in der Lederhaut ernährt. Ein Film auf der Oberfläche kann daran nichts verbessern. Hier erkläre ich dir, wie du Silikone selbst auf jeder Packung findest.
- Erkennbar an den Endungen -cone, -conol und -xane
- D4 und D5 in abwaschbarer Kosmetik seit 31. Januar 2020 beschränkt
- Seit 6. Juni 2026 auch D6, ab 6. Juni 2027 in Cremes und Make-up
- In zertifizierter Naturkosmetik sind Silikone verboten
Was sind Silikone eigentlich?
Chemisch sind Silikone Ketten aus Silizium und Sauerstoff, an denen organische Gruppen hängen. Das Silizium stammt aus Quarzsand, die organischen Bausteine meist aus fossilen Rohstoffen. Das Ergebnis ist ein wasserabweisender, sehr beständiger Stoff, der auch in Fugenmasse, Dichtungen oder Autopolitur steckt.
Genau diese Beständigkeit macht Silikone für Hersteller attraktiv: Sie sind günstig, reagieren kaum mit anderen Stoffen und verleihen jeder Creme ein samtiges Hautgefühl. Hochwertige Pflanzenöle, die einen ähnlichen Effekt haben, kosten deutlich mehr.
Wo Silikone stecken und was sie dort tun
| Produkt | Was Silikone bewirken | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Shampoo und Spülung | Weiches, glänzendes, leicht kämmbares Haar | Ein Film umhüllt das Haar, bei häufiger Anwendung lagert er sich ab und beschwert |
| Gesichtscreme und Anti-Aging | Feine Linien wirken sofort geglättet | Silikone füllen Fältchen optisch auf, nach dem Abwaschen ist der Effekt weg |
| Foundation und Primer | Ebenmäßiger Teint, lange Haltbarkeit | Silikone sorgen für Gleitfähigkeit und Haftung |
| Lippenstift und Mascara | Long-Lasting, verschmiert nicht | Wasserabweisender Film |
| Bodylotion | Lässt sich leicht verteilen, zieht scheinbar schnell ein | Angenehme Textur, keine Pflegewirkung |
Sind Silikone schädlich für die Haut?
Für die meisten Silikone in Kosmetik, etwa Dimethicone, gibt es nach heutigem Wissen keine Hinweise auf eine Gesundheitsgefahr. Sie lösen selten Allergien aus, weil sie chemisch so träge sind. Das ist die ehrliche Antwort.
Mich stören an Silikonen trotzdem zwei Dinge. Erstens verbessern Silikone den Zustand der Haut nicht: Sie liefern weder Fettsäuren noch Antioxidantien, wie es ein gutes Pflanzenöl tut. Zweitens kann sich bei wiederholter Anwendung ein Film aufbauen, der sogenannte Build-up-Effekt. Andere Pflegestoffe gelangen dann schlechter an die Haut, und du cremst im Grunde auf einen Silikonfilm statt auf deine Haut.
Hinweis:
Wenn du von silikonhaltiger auf silikonfreie Haarpflege umsteigst, braucht dein Haar eine Umgewöhnungsphase und wirkt anfangs oft weniger gepflegt, weil die alten Ablagerungen erst nach und nach ausgewaschen werden. Halte durch, es lohnt sich. In dieser Zeit empfehle ich, die Längen mit etwas Avocado- oder Nussöl zu pflegen.
D4, D5 und D6: Diese Silikone verbietet die EU
Drei zyklische Silikone stehen besonders in der Kritik: D4 (INCI: Cyclotetrasiloxane), D5 (Cyclopentasiloxane) und D6 (Cyclohexasiloxane). Die Europäische Chemikalienagentur hat sie im Juni 2018 als besonders besorgniserregende Stoffe eingestuft. Laut Umweltbundesamt gilt D4 als persistent, bioakkumulierend und giftig, D5 und D6 als sehr persistent und sehr bioakkumulierend. Einfach gesagt: Sie bauen sich in der Natur kaum ab und reichern sich in Lebewesen an.
Die EU hat deshalb gehandelt:
| Seit | Regelung |
|---|---|
| 31. Januar 2020 | D4 und D5 ab 0,1 % in abwaschbarer Kosmetik wie Shampoo und Duschgel verboten (Verordnung (EU) 2018/35) |
| 6. Juni 2026 | Verbot gilt zusätzlich für D6 und für Gemische allgemein (Verordnung (EU) 2024/1328) |
| 6. Juni 2027 | Verbot gilt auch für Kosmetik, die auf der Haut bleibt, etwa Cremes, Deos und Make-up |
Die Silikonindustrie hält die Einstufung für überzogen und verweist auf Messungen, nach denen die Stoffe in der realen Umwelt weniger problematisch seien. Die EU-Behörden sind dieser Argumentation nicht gefolgt. Ein Hinweis auf „Cyclomethicone“ ist übrigens ein Sammelbegriff für genau diese zyklischen Silikone.
Silikone auf der INCI-Liste erkennen
Kaum ein Hersteller schreibt „Silikon“ auf die Packung. Du erkennst sie an den Endungen der INCI-Namen:
| Endung oder Begriff | Beispiele | Einordnung |
|---|---|---|
| -cone | Dimethicone, Amodimethicone, Cyclomethicone | Silikon |
| -conol | Dimethiconol | Silikon |
| -xane | Cyclopentasiloxane, Phenyl Trimethicone, Polysiloxane | Silikon, zyklische Varianten sind EU-beschränkt |
| -silane, -siloxysilicate | Trimethylsiloxysilicate | Silikonharz, vor allem in Long-Lasting-Make-up |
Je weiter vorne ein Silikon steht, desto höher ist sein Anteil. Ganz sicher silikonfrei bist du mit zertifizierter Naturkosmetik: Die Siegel NATRUE und COSMOS schließen Silikone komplett aus. Wie du solche Siegel und die INCI-Liste insgesamt liest, erkläre ich im Ratgeber Naturkosmetik erkennen.
Silikone und Umwelt
Silikone aus Shampoo und Duschgel landen mit dem Abwasser in der Kläranlage. Dort werden sie nur teilweise zurückgehalten, ein Teil gelangt über Klärschlamm auf Felder oder direkt in Gewässer. Leichtflüchtige Silikone wie D5 verdunsten zudem aus Cremes und Deos in die Luft. Weil sie so stabil sind, bleiben sie lange in der Umwelt. Genau das war der Grund für die EU-Beschränkungen. Mehr zum Zusammenhang zwischen Kosmetik und Umwelt liest du in meinem Beitrag über nachhaltige Kosmetik.
Natürliche Alternativen zu Silikonen
| Alternative | Wirkung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Squalan aus Oliven | Leicht, seidig, hauteigen | Gesicht, auch bei unreiner Haut |
| Jojobaöl | Ähnelt dem Hauttalg, zieht schnell ein | Gesicht und Haar |
| Arganöl | Reich an Vitamin E, glättet Haarspitzen | Trockenes Haar, reife Haut |
| Sheabutter | Schützt und macht geschmeidig | Körper, Hände, Lippen |
| Pflanzliche Proteine | Legen sich ums Haar, lassen sich auswaschen | Spülungen |
Bei Seelenwellness arbeiten wir mit Naturkosmetik von TEAM DR JOSEPH, Evolve und Shamanic. Statt Silikonfilm setzen wir auf hochwertige Naturkosmetik, achtsame Berührung und viel Zeit. Wie sich das anfühlt, erlebst du bei einer Gesichtsbehandlung oder einer Gesichtsmassage.
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Häufig gestellte Fragen zu Silikonen in Kosmetik
Sind alle Silikone in Kosmetik verboten?
Nein. Beschränkt sind nur die zyklischen Silikone D4, D5 und D6. Lineare Silikone wie Dimethicone sind weiterhin erlaubt.
Verstopfen Silikone die Poren?
Silikone selbst gelten nicht als komedogen. Bei sehr häufiger Anwendung kann sich aber ein Film bilden, unter dem Talg und Schmutz schlechter abfließen.
Warum fühlt sich silikonfreies Shampoo anders an?
Weil der glättende Film fehlt. Nach einer Umgewöhnungsphase hat sich das Haar umgestellt und fühlt sich ohne Ablagerungen leichter an.
Sind Silikone in Naturkosmetik erlaubt?
Nein. NATRUE, COSMOS und andere Naturkosmetik-Siegel schließen Silikone vollständig aus.
Was ist der Unterschied zwischen Silikon und Silizium?
Silizium ist ein natürliches Element, etwa in Quarzsand. Silikone sind daraus im Labor hergestellte Kunststoffe. Siliziumhaltige Mineralien wie Kieselerde sind keine Silikone.
Fazit: Silikone glätten, Pflanzenöle pflegen
Silikone sind nicht gefährlich für deine Haut, aber sie tun auch nichts für sie. Für die Umwelt sind vor allem die zyklischen Silikone ein Problem, weshalb die EU sie bis 2027 weitgehend aus der Kosmetik verbannt. Wer seiner Haut wirklich etwas Gutes tun will, greift zu Produkten mit Pflanzenölen und achtet auf die Endungen -cone und -xane.
Du willst wissen, wie sich silikonfreie Pflege anfühlt?
Bei einer Gesichtsbehandlung in unserem Studio erlebst du hochwertige Naturkosmetik ohne Silikone, abgestimmt auf deinen Hauttyp. Einen Überblick über alle Anwendungen findest du unter Behandlungen.
Quellen: Verordnung (EU) 2018/35, Verordnung (EU) 2024/1328, Umweltbundesamt, Cyclosiloxane als SVHC, NATRUE, COSMOS
Beitragsbild: KI-generierte Illustration.


